Das Theater Paderborn bringt mit „Die Nebenwirkungen“ des kalifornischen Dramatikers
und Drehbuchautors Jonathan Spector (*1986) am 14. März ein brisantes Stück auf die
Bühne. In der deutschen Erstaufführung unter der Regie von Kay Neumann, der erstmals
am Theater Paderborn inszeniert, und mit dem Bühnen- und Kostümbild von Monika Frenz
entfaltet sich eine ebenso scharfsinnige wie unterhaltsame Auseinandersetzung mit
gesellschaftlichen Spaltungstendenzen und demokratischen Grundwerten.
An der fortschrittlichen Eureka Privatschule stehen Wertschätzung, Achtsamkeit und
genderneutrale Sprache für eine neue Vision von Bildung. Doch als ein Brief der
Schulbehörde eintrifft, wird das harmonische Miteinander auf eine harte Probe gestellt:
Ein Schüler hat sich mit Mumps infiziert, und nicht geimpfte Kinder sollen vorübergehend
vom Unterricht ausgeschlossen werden. Eine Krisensitzung der Eltern wird einberufen –
und eskaliert. Aus anfänglichem Verständnis werden hitzige Diskussionen, aus Ängsten
Beleidigungen, aus unterschiedlichen Positionen unversöhnliche Lager. Wo endet das
Gemeinwohl? Wo beginnt die persönliche Freiheit? Fragen, die unweigerlich an Debatten
der jüngeren Vergangenheit erinnern und die Demokratie selbst auf den Prüfstand stellen.
Mit feinem Gespür für gesellschaftliche Mechanismen beginnt Spector sein Stück als
augenzwinkernde Satire, die zunehmend an Tiefe und Brisanz gewinnt.
Gut zwei Stunden, inklusive einer Pause, dauert die Paderborner Inszenierung. Das
Paderborner Publikum darf sich auf einen ebenso unterhaltsamen wie nachdenklich
stimmenden Theaterabend freuen, der aktuelle Themen mit kluger Schärfe und Humor
verhandelt.
Foto: Theater Paderborn
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